Landhege – naturfreundliches Landwirtschaften

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Die Landwirtschaft, wie sie seit ein paar Generationen betrieben wird, kommt an ihre Grenzen. Lebensräume, Gesundheit und Lebensqualität zollen der üblichen, zerstörerischen Anbauweise einen hohen Tribut. Es braucht dringend eine grundlegende Reform der Landwirtschaft. Ein ganzheitliches Konzept, das Einklang zwischen menschlicher Kultur und intakter Natur erwirkt und vor allem den Böden wieder natürliche Nährstoffe zuführt.

Eine wesentliche Neuausrichtung muss Einzug halten, die den Landwirt, aber auch alle anderen Menschen, zu einem aktiven, ökologischen Heger und Pfleger des Landes macht, der Kulturlandschaften in Symbiose mit der Natur gestaltet. Er handelt in dem (spirituellen) Bewusstsein, Teil der Naturkreisläufe zu sein und wird zu einem sorgsamen Gärtner der Schöpfung. Als Landheger ist der Mensch nicht mehr nur Beutemacher, der sich vorwiegend an der Natur bedient, sondern auch jemand, der ihr etwas zurück gibt. Als ausgleichende Geste des Gebens begreift der Landheger sich als verantwortlich für nährstoffreiche, gesunde und lebendige Böden und ein ökologisches Gleichgewicht. Das ist Grundlage und Wurzel einer reichen, gesunden Ernte, die weder künstliche Dünger noch Schädlingsbekämpfungsmittel benötigt.

Der Landheger pflanzt und gestaltet fruchtbare Gärten, wo sich Artenvielfalt in Flora und Fauna ausdehnen kann und frei wachsende Nahrungsmittel gedeihen. Die Landhege schafft Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere zwischen Feldern, Äckern, Obstwiesen und Weiden und trägt damit zu intakten, biologischen Kreisläufen bei. Selbst in urbanen Zonen können Räume entstehen, wo Nahrungsmittel wachsen und Lebensräume für Tiere entstehen. Freie Flächen werden eher bepflanzt, als versiegelt, was ertragreiche Ernten sogar in Innenstädten ermöglicht. Vertikale Gärten werden in zahlreichen, neuen Hochhausbauten integriert. Dachgärten auf Gewerbehallen werden konzipiert.

Die Bepflanzung kultureller Räume mit nachwachsenden Rohstoffen ist ein Hauptanliegen der Landhege, denn Rohstoffe und Ressourcen bilden die Grundlage, auf der menschliche Kulturen aufbauen. In jeder Gemeinde können zahlreiche, unterschiedliche Nutzpflanzen angebaut werden, mit denen sich eine breite Palette an ökologischen Produkten herstellen lässt. Pflanzenrohstoffe stehen nahezu unbegrenzt zur Verfügung, wenn sie systematisch angebaut werden. Es braucht weder Eroberungsfeldzüge in ferne Ländern, noch lange Transportwege, noch fallen hohe Rohstoffkosten an.


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WandelOasen – Handbuch für solidarische Dörfer und nachhltige Kommunen